Checkliste für Opfer
Michael Olaf Schütt betreibt einen sehr großen Aufwand, um sein Unternehmen USAG 24, Inc. als großes und seriöses Unternehmen im Internet erscheinen zu lassen. Er versteht es auch sehr gut, negative Meldungen über die USAG24 in den Suchergebnissen von Google, Bing usw. verschwinden zu lassen.
Selbst eine intensive Internetrecherche zum Thema USAG24 und eventuellen Problemen im Zusammenhang mit dieser Firma führen oft nicht zu wichtigen Informationen, die einen rechtzeitig vor dem nun eingetretenen Schaden bewahrt hätten.
Viele Opfer finden dann die Website www.usag24-betrug.com oder Einträge in diversen Foren und begreifen erst dann, dass sie auf eine relativ simple Masche hereingefallen sind.
Doch nun ist der Schadensfall eingetreten und es ist jetzt weniger interessant, warum es so weit kommen konnte, sondern welche notwendigen Schritte sich aus der eingetretenen Situation ergeben.
Hier die wichtigsten Aufgaben:
Überweisen Sie kein Geld an die USAG 24, Inc.
Die versprochenen Leistungen werden Sie entweder nicht bekommen bzw. nicht in der erforderlichen Qualität. Fordern Sie Ihr Geld zurück und sammeln Sie alle Begründungen, mit denen Ihnen Schütt die Rückgabe des Geldes verwehrt.
Melden Sie Ihr US-Unternehmen um
Ein Unternehmen, das über die USAG 24, Inc. gegründet wurde, erfüllt nicht die gesetzlichen Anforderungen.
Wenn Sie über die USAG 24, Inc. gegründet haben, haben Sie wahrscheinlich die Gründungsurkunde vom Handelsregister Florida bekommen (inkl. Bestätigung des Eintrages unter www.sunbiz.org). Diese Urkunde hat keinen Wert, da die USAG24 nicht als registered agent tätig werden kann, da sie inzwischen gelöscht wurde (ebenfalls unter www.sunbiz.org nachzulesen).
Geben sie auch alle Hoffnungen auf, dass Sie von Schütt jemals alle benötigten Unterlagen bekommen werden (Steuernummern, Kontounterlagen, Infos zum Büroservice usw.). Sehr wahrscheinlich schon eine sehr große Anzahl an Ausreden kennen, warum sich die Zusendung der benötigten Unterlagen immer wieder verzögert und Sie haben sicherlich schon seit einiger Zeit so ein komisches Bauchgefühl, dass da etwas nicht stimmt.
Trennen Sie sich umgehend von der USAG 24, Inc. und wechseln Sie zu einem anderen Unternehmen, das Ihnen bei der Errichtung Ihres Unternehmens in den USA behilflich ist und vor allem die Gründung in einer Form vornimmt, dass Sie (!) alle gesetzlichen Anforderungen zur Errichtung eines Unternehmens in den USA erfüllen.
Eröffnen Sie neue US-Bankkonten
Nutzen Sie keine US-Bankkonten, die für Sie von Schütt eröffnet wurden. Sie haben nicht die Kontrolle darüber, wer alles auf dieses Konto zugreifen kann. Falls Sie noch Geld auf einem von Schütt eröffneten Konto haben, buchen Sie es auf ein sicheres Konto um.
Wechseln Sie den Büroservice
Wenn Sie über Schütt auch den Büroservice gebucht haben, verhindern Sie es, dass irgendetwas an die von Schütt übermittelte Adresse gesendet wird. Entweder wird es einfach nur nicht weiter geleitet oder die Sendungen verschwinden einfach und sind „offiziell“ dort nie angekommen.
Geben Sie auch die in Schütts Büroservice enthaltene Telefonnummer auf. Eine Telefonnummer in den USA mit Weiterleitung zu Ihrem deutschen Anschluss können Sie auch selber bei Skype einrichten. Schütt macht das nicht anders.
Alternativen zur USAG 24, Inc. finden
Sie werden etwas Zeit in die Recherche investieren müssen. Suchen Sie sich potentielle Anbieter aus und versuchen Sie, Unternehmen im Unternehmensregister zu finden, die vom jeweiligen Anbieter bei der Gründung begleitet wurden (über eine Google-Suche nach „state department“ in Verbindung mit dem jeweiligen US-Staat finden Sie relativ schnell die öffentlich zugänglichen Datenbanken der Unternehmensregister – siehe auch unsere Linkliste in der rechten Spalte).
Suchen Sie und kontaktieren Sie die Referenzen eines Anbieters. Lassen Sie sich die Referenzen nicht vom Anbieter nennen sondern suchen Sie selber. Über diesen Weg können Sie auch schnell Betroffene finden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe Problem haben wie Sie (neben den vielen Firmen, die Schütt für eigene Zwecke gegründet hat).
Zeigen Sie Schütt an
Übermitteln Sie einfach über die Internetwache Berlin (https://www.berlin.de/polizei/internetwache) Ihre Anzeige. Den Link zum Erstatten der Anzeige finden Sie in der unteren Hälfte der Einstiegsseite.
Nutzen Sie die Internetwache Berlin auch dann, wenn Sie sich in einem anderen Bundesland befinden. Da die US AG 24, Inc. ihre Niederlassung in Berlin registriert hat, ist Berlin auch dafür zuständig. Bei Erstattung der Anzeige über die Internetwache eines anderen Bundeslandes werden Sie in der Regel nach Berlin verwiesen.
Das Onlineformular zur Anzeigenerstattung führt Sie mit einfachen Fragen durch die notwendigen Schritte. Sie müssen persönliche Angaben machen, den Vorwurf anhand von Teilfragen grob beschreiben und einige weitere Zusatzinformationen geben. Nach einer Eingangsprüfung bei der Polizei erhalten Sie dann konkrete Nachfragen zu Ihrer Anzeige (per Post oder E-Mail). In der Regel werden Sie dann aufgefordert, Dokumente, E-Mails und sonstigen Schriftverkehr zuzusenden. Dies können Sie wieder per E-Mail machen oder Sie schicken die Unterlagen per Post.
Ganz wichtig: Die Ermittlungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Erstellen Sie eine Beweissicherung die folgende Informationen enthält: zeitlicher Ablauf (wer, was, wann) und dazu zugeordnet die jeweiligen Dokumente. Sammeln Sie die Informationen jetzt, da die Gefahr doch recht groß ist, dass Sie sich nach kurzer Zeit schon nicht mehr so genau an die einzelnen Vorgänge erinnern können. Der Alltag holt einen schneller wieder ein als man erwartet – und es gibt tatsächlich noch Wichtigeres als den Ärger mit der USAG24. Wenn es zu einem späteren Zeitpunkt zu Nachfragen kommt, verhindern Sie so, dass Sie sich versehentlich selbst widersprechen oder unbewusst sogar falsche Informationen geben. Man wird unbewusst zu schnell dazu verleitet, etwas falsch zu erraten, wenn man sich nicht mehr genau erinnern kann.
Warum die Anzeige?
Mit der Anzeige melden Sie Ihre Ansprüche gegen Schütt offiziell an. Es ist der einzige Weg bzw. die einzige Chance, eventuell wieder an Ihr Geld zu kommen. Lassen Sie die Finger von Inkasso-Unternehmen.
Mit Ihrer Anzeige erhöhen Sie aber gleichzeitig auch den Druck auf die zuständigen Behörden, die Ermittlungen im notwendigen Umfang durchzuführen. Es ist für die Behörden leider eine einfache Kosten-/Nutzenrechnung. Mit einer wachsenden Anzahl von Anzeigen gegen dieselbe Person wächst einfach die Notwendigkeit, die notwendigen Ermittlungen mit einem erhöhten Aufwand durchzuführen.
Verhindern Sie, dass Schütt weitere Opfer findet
Fast nur Geschäftsführer und Unternehmensinhaber werden Opfer von Schütt. Natürlich ist das peinlich für Sie als Unternehmer. Wer wird schon gerne Opfer einer letztendlich sehr simplen Betrugsmasche.
Trotzdem: Werde Sie aktiv. Reden und berichten Sie darüber. Regen Sie sich auf. Sorgen Sie dafür, dass die Machenschaften von Schütt auch anderen Unternehmern bekannt werden. Wandeln Sie Ihre derzeitige Niederlage in einen Sieg um, indem Sie verhindern, dass Schütt noch mehr Opfer findet. Es wird erst wirklich peinlich, wenn Sie genau das nicht versuchen.
Lassen Sie sich nicht einschüchtern: Einige Betroffene wurden sogar von Schütt mit Klagen und Anzeigen bedroht. Manchmal lässt er diese Drohungen auch von einem seiner Anwälte aussprechen – das ist natürlich viel imposanter. Aber: Sie haben doch nichts falsch gemacht oder haben jemanden betrogen. Es gibt also keinen Grund, sich von Schütt einschüchtern zu lassen.
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