Betrugsmasche

Sie können bei USAG24.com eine Firma in den USA gründen und die dazu gehörige Dienstleistung wie Eröffnung eines amerikanischen Kontos bestellen.

Ich bin auf USAG24 durch Google aufmerksam geworden, habe eine der massiven “Presseartikeln/Werbeartikel” gelesen und bin dann an Herrn Schütt heran getreten. Es wird von Herrn Schütt dann ein angeblicher Handelsregisterauszug geliefert und dann war es erst einmal. Das versprochene Bankkonto lässt auf sich warten. Es vergehen Monate und Herr Schütt hat nach tausendmaler Rückfrage das Konto eröffnet bekommen.

Nach Überweisung einer Einlage wird dann plötzlich das Konto geschlossen. Das Geld ist weg und Michael Schuett kann man auch nicht mehr erreichen. Hinterher stellt sich raus, dass die Firmendokumente gefälscht sind und die Banken bei einer Überprüfung deswegen die Konten geschlossen hat.

Um das ganze mal genauer zu beschreiben, was und wer hinter USAG24 steckt, habe ich einen schönen Beitrag aus dem Gomopa-Forum sichern können:

Von Schu(e)tthalden, Abzockern und gefälschten Dokumenten

New York/Berlin (gomopa). Das liebe Geld – allzu oft fehlt es. Und wer es zu Hause nicht hat, will es sich an anderem Ort leihen. Wer in Deutschland keinen Kredit mehr bekommt, hofft auf Unterstützung aus dem Ausland. Die Geschichte des nie versiegenden offenen Geldhahns aus Übersee…

Zeitsprung. Juni 2005: Ein Gomopa-User benötigt ein Darlehen, offensichtlich liegt ihm bereits ein Angebot vor. Doch bevor er unterschreibt, fragt er im Forum: „Wer von Euch kennt die Firma, die mir den Kredit vermitteln will?“ Dann nennt er Ross und Reiter: „Die Royal Capital Management in Berlin und Bradenton in Florida will mir das Darlehen verschaffen.“ Mit einem Knackpunkt, wie der Gomopianer weiß: „Dafür aber muss ich eine US-Corp. gründen. Die Bank macht ausschließlich Geschäfte mit US-Amerikanern.“ Wichtiges Detail: Damit der Rubel von der „International Bank of Naples“ über den großen Teich rollt, muss halt die US-Firma gegründet werden – kostet schlappe 3.850 Euro. Nur: Augenscheinlich gibt es keine „International Bank of Naples“.

Ein Fake, eine Erfindung, eine Lüge. Im Bankenregister von Florida gibt es nur die „International Bank of Miami“ – die zwar die gleiche Adresse hat wie das „Institut of Naples“, aber eine ganz andere Telefonnummer. Dann schlug die Stunde der Gomopa-Fachleute für Übersee-Geschäfte. Und siehe da: Die Firmengründungs-Berater „Royal Capital Management“ wurden selbst durch Firmengründungsdienstleister auf der Traufe gehoben. Von der Konkurrenz. Von der „Risc Control Management“. Die Firmenadresse der „Royal Capital Management“ (RCM) ist dementsprechend natürlich dieselbe Adresse wie der Gründungsfirma. Und die Skepsis der Gomopa-User wuchs sekündlich. Dann folgte noch ein zitierter Handelsregister-Auszug, der den Geschäftsführer der RCM nannte: Michael Schuett.

Doch wer glaubt, das sei das Ende der Geschichte gewesen, lag denkbar falsch: Auch die „Risc Control Management“ zählt zu den Gomopa-Usern. Diese Firma recherchierte selbst und legte Fakten auf den Tisch: Der Bankenname ist frei erfunden, Kontakte zu amerikanischen Kreditanbieter hat RCM noch nicht einmal über die berühmten „sieben Ecken“. Damit war die RCM des Michael Schuett auch im späteren Verlauf der Dinge ein Ex-Kunde der „Risc Control Management“.

Aber die Informationen sammelten sich weiter im Forum: Usern lagen Darlehenszusagen vor, die von „International Bank of Naples“ ausgestellt waren – von der Bank, die es nicht gibt. Darauf angesprochen, wurde berichtet, seien die RCM-Ansprechpartner nicht mehr zu erreichen gewesen. Anrufe bei der Firma in Florida landeten unbeantwortet auf einer Berliner Mailbox. Eine Verbindung über die Faxnummer sei gar nicht erst zustande gekommen.

Das Ergebnis vieler Recherchen: Die Bank gibt es nicht, die Unterzeichner der Bankbestätigung sind inexistent. „Effektiv also ein Versuch, über die Kosten einer US Corp. Gründung Geld zu machen, ein Darlehen bekommt man sowieso nicht“, ist ein gezogenes Fazit. Betrug!? Die Ungereimtheiten in dem Fall mehrten sich weiter: Amerikaner unter sich führten ihren Schriftverkehr auf Deutsch, US-Formen wurden nicht beachtet, Banken korrespondierten ohne Briefkopf.

Dann meldete sich „Micha81“ zu Wort: „Hallo Lieber Leser, wir haben die Äußerungen mit Schrecken zur Kenntsniss genommen! Leider müssen wir mitteilen, dass die Vermittlerfirma mit den Bankkontakten, mit der wir zusammengearbeitet haben, uns betrogen hat. Uns war nicht eindeutig klar, dass es sich um Falsche Dokumente gehandelt hat!

Selbstverständlich haben wir gerichtliche Schritte gegen diese Personen eingeleitet. Das solch böse Nachrichten hier geschaltet werden, wird gegenüber bestimmten Personen noch ein Nachspiel haben.“ „Micha81“ also muss zur (Fake!) RCM gehören – die sich ihrerseits selbst betrogen fühlte.

Dann fielen harte Worte. Von „US-corporation.org“ etwa: „Lieber Michael und Uwe Schütt, mir liegt gerade der ganze Schriftsatz von einem Ihrer betrogenen Kunden auf dem Tisch, darunter der angeblich schlecht gemachte Handelsregisterauszug für den Kunden.“ In dem Handelsregisterauszug stünden seine Daten, teilte er mit. Ohne seine Erlaubnis sei seine Firmenadresse missbraucht worden, ebenso sein Name als Agent: „Aber wir hatten nie eine Geschäftsbeziehung.“ Eindeutiges Urteil: Urkundenfälschung, Strafanzeige angekündigt.

Das stempelte „Micha81“ als „Müll“ ab, kündigte in schlechter Rechtschreibung und schlechtem Deutsch an, die Angelegenheit seinem Anwalt zu übergeben.

Bis Dezember 2005 diskutierten die Beteiligten. Offensichtlich waren die Dokumente der RCM gefälscht, die Staatsanwaltschaft habe mit Ermittlungen gegen Schuett begonnen, wie ein User wusste.
Dann stolperte „US-Corporation.org“ im Internet über „www.my-corporation.de“ und „www.usag24.de“. „Da wird weiter gehandelt“, stellte er fest: „Dazu sind die Daten auf den Seiten von uns gestohlen.“ Er beschuldigte Schuett namentlich.

Eine gute Zusammenfassung bot ein Gomopa-Schreiber dann im Sommer 2006: „Es ging in diesem Thread um angebliche Finanzierungsvermittlungen im Zusammenhang mit der Neugründung einer US-Aktiengesellschaft. Es wurde Geld kassiert und als Gegenleistung gefälschte Dokumente übergeben, eine tatsächliche Unternehmensgründung fand nie statt, von Finanzierung ganz zu schweigen. Es gab Strafanzeigen, Verhaftungen und eine Anklage.

Mittlerweile ist der Besagte wieder auf freiem Fuss und betreibt eine Internetfirma unter dem Pseudonym www.usag24.com , die mittlerweile tatsächlich über nicht bekannte Hintermänner mehr oder weniger wertlose Corporationsbestempelungen in klassischen US – Briefkastenstaaten vertreibt. Diese sollen sogar im Handumdrehen börsenfähig sein (wer´s glaubt….)

Der Betroffene kann sich anscheinend sehr gut verkaufen, hat aber von der Materie und vom amerikanischem Recht nicht die geringste Ahnung. Fachlich fundierte Beratung sollten Sie also nicht erwarten.

Zeitgleich startete im März eine neue Diskussion: Die USAG24 war ins Visier der Gomopianer gekommen. Deren Internet-Domain war eindeutig: Inhaber und Administrator der Seite ist Michael Schütt aus Berlin – von der „Royel Capital Management Inc“. Wahrhaft königliches Englisch. Tacheles wurde nun gesprochen: „Die USAG24 ist ein Fake des Domaininhabers.

Die USAG24 Inc selbst ist durch eine corporation-factory in Delaware gegründet worden. Die mir bekannten Personen, die hinter der Organisation stecken, haben vom Gründungsvorgang und rechtlichen Bedeutung einer US-amerikanischen Aktiengesellschaft keine Ahnung.“
Das wollte Schuett nicht auf sich sitzen lassen. Per E-Mail drohte er Gomopa: „Ich werde morgen weitere Infos von meinem Anwalt erhalten und werde dann in diesem Kontext Strafanzeige in Krefeld stellen, wenn die Beiträge von und über US AG 24 & Michael Schuett nicht bis zum 02.03.07 aus Ihrem Forum verschwunden sind bzw. in einen sicheren und nicht öffentlichen Bereich verschoben worden sind.“ Gompa ließ sich nicht einschüchtern, stellte Strafanzeige.

Derweil war über die USAG24 längst der Stab gebrochen. Eine unprofessionell wirkende Pressemitteilung der Firma war aufgetaucht. Sie deutete auf wenig Sachverstand des Verfassers – was sowohl sprachlich als auch juristisch deutlich wurde. Dann wurde das Impressum der Internetseite der „Firmengründer“ hinterleuchtet: Dort stand, die Gesellschaft sei ein Tochterunternehmen einer Firma aus Florida – im Berliner Handelsregister war aber angegeben, die Mutter habe ihren Sitz in Delaware. „Director“ übrigens: Michael Schütt, Berlin.

Aber bei Gomopa machte die USAG24 weiter von sich reden: Bankkonten in den Vereinigten Staaten wollte sie vermitteln – schon warnte die Gemeinschaft der User: „Hier arbeitet Michael Schütt von der RCM, der schon einige Leute betrogen hat.“

Umgehend meldete die sich zu Wort. Der Beitrag im Orginal: „Wir wissen zwar nicht, wehr Sie sind oder was Sie von uns wollen aber dass, was wir schreiben ist schon war. Sie können es selber testen. Wir stellen Ihnen den Kontakt her und eröffnen einfach ein Konto in den USA.“ „Micha81“ wollte übrigens sofort von der USAG24 Informationen über US-Konten. Ein User, der dem geneigten Leser bekannt erscheinen dürfte. Gomopa handelte und sperrte beide Nicks – es war offensichtlich, wer unter welchem Namen Beiträge schrieb.

Doch das Thema war im Finanzforum damit noch lange nicht beendet. Im Mai 2007 tauchte die „euroservice24.com“ auf. Eine ihrer Dienstleistungen: Deutsche Girokonten mit EC-Karte für Schufa-Tote. Selbstverständlich für eine „Vermittlungsprovision“. „Dorhando“ hat es ausprobiert. Hat der euroservice24 für eine „Express-Kontoeröffnung“ 342 Euro in die Hand gedrückt. Binnen zwei Tagen sollte er Bankkonto mit EC-Karte haben. Doch nach fünf Tagen war noch nichts geschehen. Und Gomopa diskutierte darüber.

Überraschend bekam „Dorhando“ aber eine E-Mail ihre Dienstleisters, die nicht nur durch brillante Rechtschreibung bestach: „Da wir mitbekommen haben, das Sie bei dem Betrüger Forum Gomopa über uns Berichtet haben, werden wir von unserer Dienstleistung zurücktreten und Ihnen diese Ihre Zahlung zurück Zahlen. Das Konto hätten Sie bekommen doch nun werden wir alles Stoppen. Mit freundlichen Grüßen – Euroservice24 Inc.“ Bis heute wartet „Dorhando“ offenbar auf 342 Euro.

Der „Knaller“ folgte auf dem Fuß: Gomopa warnte selbst – hinter Euroservice könne Michael Schütt stecken. Keine Überraschung für „HonestJohn“: „Das dürfte doch jedem bekannt sein, dass es sich bei euroservice24 um Schuett handelt. Daran gibt es keinen Zweifel.“ Das sieht die euroservice24, die einen Werbvertrag mit Gomopa geschlossen hatte ohne ihn zu bezahlen, natürlich ganz anders: Für sie unterschreibt ein Stefan Melchert aus Hamburg, der seine Firma über Schütts USAG24 gegründet haben will. Welch ein Zufall! Melchert beschuldigte Gomopa wegen übler Nachrede und Rufmord. E-Mails gingen hin und her, bis Gomopa klar stellte: „Vorgeschichte ist, dass diese eigenartige Unternehmung einen Werbevertrag mit uns abschloss.

Wir vermuteten das hinter dieser Unternehmung kein anderer als Schuett steht, der auch schon einmal Verleumdungseiten ins Netz stellt, wenn ihm einige Foren und deren Betreiber nicht gefallen. Wir haben daraufhin Schuett angezeigt und gegen ihn auch eine Einstweilige Verfügung erlassen. Aber Schuett liebt uns anscheinend innig, aus diesem Grunde wollte er unser Werbekunde werden und unterschrieb einen Vertrag über die o.a. Klitsche mit dem Namen eines angeblichen Melchert. Melchert schwörte (schriftlich) nicht dieser Schuett zu sein – und sendete seinen Personalausweis nach vielen Telefonaten. Über Schuett habe er nur die Firma gründen lassen. Ein Zufall!? Die Rechnung blieb übrigens unbezahlt!

Mit der Wahrheit nimmt es Schuett nicht so genau, aus diesem Grunde ist er auch empfindlich vorbestraft wegen Betruges!“ Die Angelegenheit spitzte sich zu: Melchert behauptete weiter, Stefan Melchert zu heißen, in Hamburg zu wohnen. [b]Das Hamburger Einwohnermeldeamt aber weiß davon offensichtlich nichts. Melchert, der seine Beiträge übrigens im gleichen Duktus und mit den gleichen Rechtschreibfehlern verfasst wie Schuett, kündigte weiter munter Strafanzeigen gegen Gomopa und User an.

Im Übrigen laufen gegen Schuett mehrere Strafanzeigen wegen Betruges, Nötigung und Erpressung. Seine IP ist gesichert und liegt der Staatsanwaltschaft Berlin im Zuge eines Zivilverfahrens vor! Wenn Schuett so weiter macht – dann ist er bald wieder hier zu Gast: Im Knast!“